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U-Verlagerung Ofen 5/6
(Grundlegende Informationen über Ofen-Projekte findet ihr in dem Bericht über „Ofen 1/2")
- Dachs 5 (Raffinerie, Schmierölanlage zum Aufarbeiten von Rückständen aus Ofen-Anlagen)
- Iltis 3 (Feindestillationsanlage zum Aufbereiten von minderwertigen Benzin aus Rumänien)
- Jakob (Einfache Destillieranlage)
- Lachs (Alkoholanlage)
- Ofen 5/6 (Ausgelagerte Erdöl-Kleindestillationsanlage)
- Ofen 7/8
- Schwalbe 6 (Hochdruckhydrieranlage zum Aufarbeiten von Kohlenteer)
- Taube 2 (Krackanlage zur Verarbeitung von Rohöl)
Geplant war es, dass alle diese Geilenbergprojekte ineinander greifend arbeiteten, sich gegenseitig belieferten und sämtliche Verarbeitungsrückstände in den Nachbaranlagen weiter verarbeitet, oder veredelt wurden. Von Schmieröl über Diesel bis hin zum Flugzeugbenzin sollte zwischen Brilon und Willingen hergestellt werden. Doch die wenigsten Projekte wurden realisiert. Bis zum Ende des Krieges befanden sich vor allen die großen Untertage-Verlagerungen lediglich kurz hinter der Planungsphase. Nur einige wenige Stollen wurden schon ins Gebirge getrieben. Neben der fast baugleichen Kleindestillieranlage Ofen 7/8 stand nur das hier vorgestellte Geilenberg-Projekt Ofen 5/6 bei Kriegsende in Produktion.
Lore in Messinghausen Der Tagebau heute...
Zum Schluss noch einige (stark gekürzte und zusammengefasste) Notizen aus dem OT-Bautagebuch von Ofen 5/6:
19.01.1945:
Da die Isolierungsarbeiten der Kessel noch nicht abgeschlossen ist, fährt die Anlage zur Zeit mit 70% des Durchsatzes.
Die Pumpenanlage beim Stauwehr in der Hoppeke wurde derart mangelhaft ausgebaut, so dass permanente Störungen im Betriebsablauf auftreten.
Der Luftschutzstollen ist noch nicht komplett fertiggestellt.
Auch die Umzäunung der Ofenanlage fehlt noch.
Der Bahnhof steht voll mit Kesselwagen, so dass die Entdeckung der Fabrik befürchtet wird.
Von der Organisation Todt werden viele Arbeiten zugunsten der U-Verlagerungen „Taube2“ und „Sperber2“ (??) vernachlässigt, so dass bis zum heutigen Tage die Tarnnetze fehlen.
26.02.1945:
Die Isolierungsarbeiten sind beendet.
Der Luftschutzstollen ist bis auf kleinere Restarbeiten fertiggestellt.
Die Anlage Ofen 5/6 leidet unter der stockenden Zufuhr von Rohöl.
Die Wasserhaltung ist immer noch nicht zufriedenstellend.
14.03.1945:
Der Stollenbau ist abgeschlossen.
Die Fabrik mit dem Decknamen „Ofen 5/6“ produziert im vollen Umfang.
Lediglich die Wasserversorgung steht noch nicht im vollen Umfang. Die restlichen Arbeiten sind immer noch durch die OT auszuführen...
Das Labor von Ofen 5/6
66,6 Jahre später:
Von der Kleindestillieranlage, welche einst das Reich mit Öl und Benzin versorgen sollte, ist nicht mehr allzuviel vorhanden. Naja, immerhin befinden sich in dem Steinbruch noch Reste und Fragmente der früher so geheimen Geilenberg-Anlage. Begibt man sich heutzutage auf Spurensuche, fallen einem sicherlich die zwei noch vorhandenen betonierten Rohöltanks ins Auge, welche die Zeit überdauert haben. Alles, was irgendwie aus Metall bestand, wurde nach dem Krieg, im Zuge der Rohstoffknappheit, entfernt. Sogar die Armierungseisen der Tankwände. Von der Destillationskolonne ist überhaupt nichts mehr vorhanden. Auch zwei der Tanks wurden übererdet. Trotzdem lohnt sich für Interessierte der Besuch dieser geschichtsträchtigen Stätte im Sauerland. Wenn jemand noch Infos hat oder die Anlage besichtigen möchte – bitte an folgende E-Mail-Adresse wenden: nachricht@stollenhausen.de
Glück Auf!
Der Diemelsee... Blick von der Staumauer
Abspann:
Hauptdarsteller: Beton im Wald
Frische Fotos: Campingfreunde Sauerland - Bergmann und Kröte
Recherche, Archiv und vorliegender Text: Eismann
Feinmechanik und Onlinestellung: Bergmann
Tourbegleitung und Wachdienst: Grubenhund Senta
Rahmenprogramm des Tippers: Mucupurulent und Schwelmer Bier
© untertage-übertage, 2011
Danke und Grüße an Kurt Grasser