Höhsieper Tunnel

Der 225 Meter lange Höhsieper Tunnel befindet sich im Bergischen Land auf der ehemaligen Wippertalbahnstrecke zwischen Wipperfürth und Bergisch-Born. Die Wippertalbahn (auch Wuppertalbahn, der Fluss Wupper heißt zwischen der Quelle und wipperfürth Wipper) war eine 31 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen Marienheide und Bergisch Born. Die Strecke war nicht elektrifiziert und eingleisig ausgebaut. Der erste Streckenabschnitt zwischen (Remscheid-) Lennep, Wermelskirchen und Bergisch-Born wurde am 13.05.1876 eröffnet. Von dort aus zweigte auch bald die Wippertalbahn in Richtung Hückeswagen ab. Dieser wurde am 22. Dezember des selben Jahres eröffnet. Ab Januar 1877 konnten die Fahrgäste auch bis Wipperfürth durchfahren. Die Güter- und Personenzüge verkehrten nun zwischen Wipperfürth, Solingen, Barmen, Elberfeld und Köln. Gebaut wurde die Strecke im Zuge der stetig wachsenen Industrie entlang der Wupper. Im Jahre 1893 wurde der Abschnitt zwischen Bergisch-Born und Lennep sogar zweigleisig ausgebaut. Der letzte Abschnitt der Wippertalbahn, nach Marienheide, wurde erst am 15.01.1902 in Betrieb genommen.



Am 1. Juni 1985 wurde der Güter- und Personenverkehr der Wippertalbahn zwischen Wipperfürth und Marienheide eingestellt. Der Abschnitt von Lennep nach Wipperfürth-Ost musste für den Schülerverkehr des Gymnasiums beim Haltepunkt Wipperfürth-Ost mangels Omnibusersatz noch im Personenverkehr bedient werden. Bereits ein Jahr später, am 31. Mai 1986, folgte aber auch dort nach 110 Jahren die Einstellung des Personenverkehrs, der von einer Bahnbuslinie übernommen wurde. Es gab danach nur noch wenige Sonderzüge. Das Gleis zwischen Marienheide und Wipperfürth wurde nach dem Bekanntwerden von Planungen eines Vereins, hier eine Museumseisenbahn einzurichten, im Oktober 1986 schnell abgebaut. Bis zur entgültigen Stilllegung der Strecke am 30. Dezember 1995 fand noch karger Güterverkehr zwischen Bergisch Born und Wipperfürth statt. Ein Teil der ehemaligen Bahntrasse wurde bereits zum Radweg umgestaltet. So auch der Höhsieper Tunnel. Ein Graffiti-Künstler gestaltete die Fledermaus-Trennwand, welche heute fast den gesamten Höhsieper Tunnel durchzieht, zu einem bunten Lehrpfad zum Thema Fledermäuse. Unsere Fotos zeigen den Höhsieper Tunnel noch aus der Zeit, als er noch zum Fledermausschutzgebiet erklärt wurde und sich noch im Dornröschenschlaf befand...



Ein Fall für Zwei:

Bergmann (Fotograf und Fahrer)
Eismann (Beleuchter und Texter)

team untertage-übertage, 2014


Verkehrsrelikte in Hattingen – Der Schulenbergtunnel

Zugegeben, dieser kleine Bericht über den Schulenbergtunnel wäre niemals auf unserer Seite gelandet, wenn ich nicht beschlossen hätte, auch mal den kleineren, sozusagen nebenbei gefundenen Objekten etwas mehr Beachtung zukommen zu lassen. Auch Kleinvieh macht Mist und befindet sich (manchmal) unter Tage – und ist nicht (höchstens ein bisschen) weniger Interessant, als ein Stollenneubau des MÖSP. Okay, hier nun der Kleinbericht über den Tunnel:

Hattingen, eine westfälische Stadt an der Ruhr, in unseren Kreisen vor Allem bekannt durch die Henrichshütte, ein Besuchermagnet und Touristenattraktion, komplett mit dem Luftschutzstollen neben den Relikten der Stahlhütte. Neben der historischen Altstadt, vielen Industriedenkmälern und dem relativ unbekannten Steinkohlebergbau in Hattingen und deren Reste, befindet sich auch der hier vorgestellte Tunnel vor Ort.

Der Schulenbergtunnel wurde im Jahre 1883 erbaut. Er hat eine Länge von 195 Metern und durchquert den gleichnamigen Berg in einer leichten Kurve. Ein Jahr später, 1884, wurde die sogenannte Kohlenbahn, die Strecke zwischen Wuppertal und Hattingen eröffnet. Folgt man der heutigen Trasse, einem wichtigen Wander- und Radweg in der Region, in Richtung Süden, würde man irgendwann nach einigen Kilometern vor dem mittlerweile verschlossenden Nordportal des Scheetunnels im Wuppertaler Norden ankommen.

Die Kohlenbahnstrecke zwischen Wuppertal und Hattingen diente in der Anfangsphase dem Personennahverkehr als auch dem Kohletransport. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde im Jahre 1979 eingestellt. Fünf Jahre später kam auch der Güterverkehr zum erliegen. Die Strecke Wuppertal-Hattingen lohnte sich einfach nicht mehr. Nachdem es lange Zeit ruhig um den Tunnel in Hattingen war, wurde der stillgelegte Schulenberg-Tunnel am 23. September 2008, nach über 10 Jahren Umbaumaßnahmen an der Eisenbahnstrecke, wieder für den Rad- und Wanderverkehr freigegeben. Tja, und irgendwann in den Wintermonaten war ich dann vor Ort und fotografierte den Schulenbergtunnel. Und genau diese Fotos kommen jetzt:

Schulenbergtunnel: Südportal

Schulenbergtunnel: Nordportal

Im Tunnel... Blickrichtung Hattingen

Tunnelblick... in Richtung Kauz...

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Verkehrsrelikte in Wuppertal - Der Dorper Tunnel

Der Dorper Tunnel (auch Dorp-Tunnel) befindet sich in Wuppertal - Elberfeld in unmittelbarer Nähe vom ehemaligem Bahnhof Ottenbruch. Der Dorp-Tunnel ist einer von vielen Tunneln der Wuppertaler Nordbahntrasse. Er hat eine Länge von 488 Metern und verläuft von Osten nach Westen (und umgekehrt) durch das Gebirge am Wuppertaler Nordhang. Die Nordbahntrasse wurde am 15.09.1879 eröffnet und am 27.09.1991 wieder vorläufig für den Personennahverkehr stillgelegt. Die Strecke, welche daraufhin noch einige Jahre dem Güterverkehr diente, wurde am 17.12.1999 entgültig stillgelegt.

Die folgenden Fotos stammen von Bergmann, Damica und Eismann... 

 Dorper Tunnel - Ostportal

 Dorper Tunnel - Westportal

 Untertage...

 Unglaublich viele Ausweichbuchten im Tunnel Dorp...

 Dorper Tunnelhöhle über dem Gewölbe...

© untertage-übertage 2007/2008